Mit dem Rundschreiben 2026/1 setzt die FINMA einen klaren aufsichtsrechtlichen Akzent: Krypto-Assets sind kein technologisches Experimentierfeld, sondern ein Organisations-, Governance- und Verantwortungsthema für beaufsichtigte Institute.
Im Fokus stehen nicht kryptografische Mechanismen oder Blockchain-Architekturen, sondern die Verwahrung von Krypto-Assets (Custody), klare Verantwortlichkeiten, belastbare Organisationsstrukturen sowie die Beherrschung operationeller Risiken. Damit rückt Krypto endgültig in den Kernbereich der klassischen Finanzmarktaufsicht.
Das Rundschreiben ist kein neues Gesetz. Es präzisiert vielmehr, wie bestehende gesetzliche und regulatorische Vorgaben – namentlich aus FINMAG, FINIG und GwG sowie aus den einschlägigen FINMA-Rundschreiben zu Organisation, Outsourcing und operationellen Risiken, auf Krypto-Geschäftsmodelle anzuwenden sind.
Kurz zusammengefasst
Krypto-Assets waren aus rechtlicher Sicht nie eine eigenständige Sonderkategorie. Die FINMA hat seit ihren frühen Stellungnahmen zu Blockchain- und ICO-Themen stets klargestellt, dass kryptobasierte Vermögenswerte funktional zu qualifizieren sind und damit den bestehenden finanzmarktrechtlichen Regelwerken unterstehen.
In der Praxis führte die technologische Neuartigkeit jedoch über Jahre zu unterschiedlichen Umsetzungsansätzen und zu einer gewissen Zurückhaltung in der Aufsichtspraxis. Das Rundschreiben 2026/1 greift diese Entwicklung auf und schärft die Anwendung bestehender Organisations-, Governance- und Risikoprinzipien für Krypto-Geschäftsmodelle.
Es handelt sich damit nicht um eine rechtliche Neubewertung, sondern um eine Konkretisierung der aufsichtsrechtlichen Erwartungshaltung vor dem Hintergrund gestiegener Marktvolumina, Komplexität und Systemrelevanz.
Das Rundschreiben 2026/1 adressiert alle Konstellationen, in denen ein Institut:
Die FINMA erwartet insbesondere:
Die FINMA reagiert auf eine Reihe von strukturellen Besonderheiten von Krypto-Assets:
Diese Faktoren verdichten sich aus aufsichtsrechtlicher Sicht zu einem erhöhten operationellen Risiko, das nur durch eine saubere Organisation, klare Verantwortung und wirksame Kontrollen beherrscht werden kann.
Das Rundschreiben enthält keine fixe Frist, folgt aber einer klaren Erwartungslogik:
Kurzfristig (0–3 Monate), bis Ende März 2026:
Mittelfristig (3–9 Monate) März bis September 2026:
Langfristig (9–18 Monate) September 2026 – Juni 2027:
Betroffen sind insbesondere Banken, Wertpapierhäuser, Vermögensverwalter, FinTechs und andere beaufsichtigte Institute mit Krypto-Bezug.
Für diese gilt:
Compliance wird bei Krypto-Aktivitäten zu einer zentralen Steuerungsfunktion:
Krypto-Compliance ist damit kein Add-on, sondern Teil der Kernorganisation.
Die eigentliche Herausforderung im Zusammenhang mit dem FINMA-Rundschreiben 2026/1 liegt nicht im Lesen oder Verstehen des Textes, sondern in der konsequenten, aufsichts- und revisionsfesten Umsetzung. Genau hier zeigt sich in der Praxis, dass viele Krypto-Initiativen weniger an der Technologie als an unklarer Governance, unzureichender Organisation oder fehlender regulatorischer Einbettung scheitern.
VELAW berät Finanzinstitute, FinTechs und Krypto-Dienstleister seit Jahren an der Schnittstelle von Finanzmarktrecht, Compliance, Governance und Technologie. Unsere Stärke liegt darin, regulatorische Anforderungen nicht abstrakt zu interpretieren, sondern in praktikable, belastbare und FINMA-taugliche Strukturen zu übersetzen, die im operativen Alltag funktionieren und im Aufsichtsdialog standhalten.
Wir begleiten unsere Kunden insbesondere bei:
FINMA-Readiness-Checkliste 2026/1
Als praxisnahen Einstieg arbeiten wir mit einer FINMA-Readiness-Checkliste. Diese dient als strukturierte Standortbestimmung für Institute mit Krypto-Bezug und zeigt auf, inwieweit Organisation, Governance und Verwahrung den Erwartungen aus dem Rundschreiben 2026/1 entsprechen und wo konkreter Handlungsbedarf besteht.
Die Checkliste deckt unter anderem folgende Themenbereiche ab:
Viele Institute nutzen diese Standortbestimmung als Grundlage für strategische Entscheide, für die Vorbereitung von Revisionen oder als Ausgangspunkt für den strukturierten Dialog mit der FINMA.
VELAW unterstützt Finanzdienstleister bei der Einordnung und Umsetzung regulatorischer Anforderungen an der Schnittstelle von Finanzmarktrecht, Compliance und Technologie.
Weitere Informationen finden Sie unter www.velaw.ch oder kontaktieren Sie uns unter info@velaw.ch.
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